Zusammenfassung

HRCIE x AI or DIE | Podcast Folge 1
HRCIE positioniert sich als BI- und Prozessberatung für bessere Unternehmenssteuerung, während AI or DIE als reichweitenstarkes Content-Format rund um Data, BI, AI und Data Literacy funktioniert; die Kooperation soll daraus mehr als ein Podcast-Projekt machen: ein Lead- und Autoritätssystem aus Podcast-Hub, Episodenbeiträgen, Fach-Hubs, BI-Beratung und Readiness-Checks.

Folge 2 zeigt, warum Transparenz zur Währung moderner Unternehmenssteuerung wird. Nicht weil Unternehmen mehr Daten haben. Sondern weil sie jederzeit erklären können müssen, wie Ergebnisse entstehen, Entscheidungen vorbereitet werden und Modelle funktionieren.

HRCIE x AI or DIE | Podcast Folge 2

Warum Transparenz zur Währung wird.

In der zweiten Folge unsere Podcasts sprechen wir über die Realität in Versicherungen: steigende Komplexität, regulatorischer Druck und die Frage, warum die Steuerungslogik oft der eigentliche Engpass ist.

Versicherungen unter Druck

Regulierung wird immer konkreter. Spätestens seit der Finanzkrise haben Anforderungen wie Solvency II oder erweiterte Reportingpflichten eine neue Realität geschaffen: Versicherungen waren schon immer datengetrieben. Nun sind jedoch Daten und Transparenz gefragt, die so vorher nie aufgebaut und erfragt wurden.

Regulatorische Anforderungen und Datenherausforderungen in Versicherungen

Die Perspektive dahinter

Die vollständige Diskussion zu diesen Themen führen wir im Podcast. Alle Folgen, alle Hintergründe hier:

Wenn Komplexität nicht mehr steuerbar ist

Die Regulatorik verlangt zunehmend Informationen, die im System schlicht nicht existieren. Das ist kein technisches Problem, sondern ein strukturelles. Viele Prozesse in Versicherungen beginnen überschaubar mit ein paar Excel-Modellen, ersten Verteilungen und Logiken.

Doch mit jeder Erweiterung steigt die Komplexität. Nicht linear, sondern in der Summe. Mehr Varianten. Mehr Sonderfälle. Mehr Anforderungen. Irgendwann kippt das System. Die Lösung funktioniert noch, aber sie ist bereits schwierig nachvollziehbar.

Simulationen? Szenarien? Anpassungen? Werden vermieden, da sie das fragile Konstrukt gefährden könnten. So entstehen die Themen, die wir in der unserer Beratungspraxis immer wieder sehen:

Wachsende Komplexität Controlling Versicherung aufgrund steigender Anforderungen

Über Dunkelverarbeitung

Wenn Systeme entscheiden und niemand mehr hinschaut…

Viele Versicherer agieren operativ längst weiter als ihre Steuerungslogik. Schadenprozesse laufen automatisiert. Entscheidungen werden in Sekunden getroffen. Systeme arbeiten dunkel. Das ist effizient. Aber es verschiebt die Verantwortung-Ebene. Nicht mehr der Prozess ist kritisch, sondern das Modell, das ihn steuert.

Eine Herausforderung, die in vielen Häusern unterschätzt wird und gleichzeitig zentral ist.

Automatisierte Prozesse in Versicherungen ohne manuelle Eingriffe

Kostenverteilung als Entscheidungsmodell

Was regulatorisch wie eine Pflicht wirkt, ist in Wahrheit ein Steuerungsmodell. Denn die Kostenverteilung entscheidet:

  • wie profitabel Sparten erscheinen,
  • wie Leistungen bewertet werden,
  • und wie Managemententscheidungen vorbereitet werden.

In hochkomplexen Organisationen ist die Systemlandschaft meist stabil. SAP läuft, Daten sind da und Abschlüsse funktionieren. Doch die Fähigkeit, komplexe Logiken nachvollziehbar abzubilden fehlt.

Steuerungsmodell satt regulatorischer Pflicht

Technologien wie IBM Planning Analytics können dabei als Rechenkern eingesetzt werden, da sie genau diese Anforderungen erfüllen: komplexe Verteilungen, Szenarien und vollständige Nachvollziehbarkeit.

Frank Hendricks

Geschäftsführer HENDRICKS, ROST & CIE.

Wo Modelle kippen.

Das Ergebnis stimmt. Die Logik fehlt.

In der Praxis beginnt die Herausforderung dort, wo Standardlogiken enden. Kosten werden differenziert nach Funktionen, Sparten und Kostenarten ausgewiesen, nachvollziehbar und prüfungssicher bis in den Abschluss.

Nach Umlagen verlieren viele Systeme diese Herkunft. Kostenarten werden aggregiert und die Zusammenhänge verschwinden. Was bleibt, ist ein korrektes Ergebnis. Was fehlt, ist die Erklärung.

Parallel wächst die Komplexität der Modelle. Mehrstufige Umlagen, zahlreiche Verteilungsschlüssel und sich verändernde Strukturen. Nicht die Berechnung selbst ist die Herausforderung, sondern ihre Nachvollziehbarkeit, die Dokumentation und Prüfbarkeit.

In vielen Projekten führt das dazu, dass Berechnung und Buchung voneinander getrennt werden. Ein eigenständiges Modell übernimmt Umlagen, Simulation und Dokumentation, während das ERP die Ergebnisse verarbeitet.

Steigende Anforderungen an Daten, Modelle und Steuerung

Fragen zur Steuerungslogik in Versicherungen

Warum ist Kostenverteilung in Versicherungen so komplex?

Kosten müssen nicht nur verteilt, sondern verursachungsgerecht nach Funktionen und Versicherungszweigen ausgewiesen werden. Gleichzeitig verlangt die Regulatorik vollständige Nachvollziehbarkeit und Prüfungssicherheit. Diese Kombination macht klassische Ansätze schnell unübersichtlich.

Warum stoßen Standard-Systeme wie SAP hier an Grenzen?

ERP-Systeme sind auf stabile Buchungslogiken ausgelegt. Bei komplexen, mehrstufigen Umlagen gehen jedoch oft Informationen verloren oder lassen sich nicht mehr vollständig zurückverfolgen. Genau das wird im Versicherungsumfeld jedoch zwingend gefordert.

Wie lassen sich komplexe Kostenverteilungen technisch lösen?

In der Praxis werden ergänzende Systeme eingesetzt, die Berechnung, Simulation und Dokumentation trennen. Wichtig ist dabei die Fähigkeit, auch mehrstufige Verteilungen inklusive aller Logiken und Schlüssel vollständig nachvollziehbar abzubilden.

Welche Rolle spielt IBM Planning Analytics dabei?

In vielen Projekten wird IBM Planning Analytics (TM1) als Rechenkern eingesetzt. Die In-Memory-Technologie ermöglicht es, komplexe Verteilungen in Echtzeit zu berechnen, Szenarien zu simulieren und jede Veränderung in der Logik nachvollziehbar zu dokumentieren.

Gerade im Versicherungsumfeld ist das entscheidend, da Modelle nicht nur funktionieren müssen, sondern auch prüfungssicher sein müssen.

Warum ist die Nachvollziehbarkeit so entscheidend?

Im Gegensatz zu klassischen Controlling-Anwendungen geht es hier nicht nur um interne Steuerung, sondern um testierte Abschlüsse. Wirtschaftsprüfer müssen jederzeit nachvollziehen können, wie Ergebnisse zustande kommen und welche Logiken angewendet wurden.

Was bedeutet das für Finance & Controlling?

Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in den Daten, sondern in der Steuerungslogik. Wer seine Modelle nicht versteht oder nicht flexibel anpassen kann, verliert die Fähigkeit, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Zur besseren Lesbarkeit verwenden wir teilweise verkürzte Personenbezeichnungen. Selbstverständlich sind damit Menschen aller Geschlechter (m/w/d) gleichermaßen gemeint.